Virenbefall bei Pflanzen

  

Ausbreitung

Die Ausbreitung der Viren erfolgt über natürliche oder künstlich herbeigeführte Mechanismen. So können sich Viren beispielsweise über die Wurzeln und über Boden durch in Kontakt mir benachbarten Gehölzen weiterverbreiten. Hier spielen tierische Überträger, wie Blattläuse eine grosse Rolle. Diese nehmen durch ihre Saugtätigkeit das Virus auf und können es dann an gesunde Pflanzen weitergeben. Weitere tierische Überträger können Zikaden, Käfer, Fransenflügler und Nematoden sein. Viren können jedoch auch durch menschlich-mechanisches Arbeiten hervorgerufen werden. Beispielsweise können verunreinigte, schlecht oder nicht gewartete Gartenwerkzeuge (z.B. Baumscheren, Heckenscheren, Rasenmähermesser) oder eine fehlerhafte hygienische Vorsorge bei der Vermehrung (z.B. Obstveredelung, Rosenvermehrung etc.) mögliche Ursachen für einen Virenbefall bei Pflanzen sein.

 

Virenarten

Im Hausgarten treffen wir oft das „Himbeerringflecken-Virus“ an Beerenobst und Weinreben (chlorotische Ringflecken, Blattkräuselungen, Blattrollen und Absterbeerscheinungen) oder das „Scharka-Virus“ an Steinobst (Zwetsche, Pflaume, Aprikose und Pfirsich) an. Das Schadbild kann von diffusen Scheckungen, Ringen auf den Blättern, Nekrosen bis zu früh reifen, rasch abfallenden Früchten und rasch absterbenden Ästen führen. Aber auch das Kräuselvirus an Erdbeeren, das Apfel-Mosaikvirus oder die Stecklenberger Krankheit der Sauerkirsche sind weitverbreitete Viruskrankheiten.

Vorbeugen - behandeln - pflegen

Viren können nicht ausheilend behandelt werden. Die Pflanzenwelt kann nur durch wiederkehrendes Beobachten, viel Sach- und Fachverstand, vorbeugendes Verhalten und durch kontinuierliches Pflegemanagement langlebig geschützt und vital gehalten werden.

Wer einen nachhaltig gesunden Pflanzenbestand haben will, sollte seine Pflanzen im Garten unbedingt regelmässig und fachgerecht pflegen. Mit dem Zusammennehmen des Falllaubes, dem Entfernen von dürrem Astholz (Totholz) und geeigneter Verjüngungsschnittmassnahmen können beispielsweise Beerengehölze, Obst, Rosen und Ziersträucher vital gehalten werden. Von Krankheitssymptomen gezeichnete Pflanzenteile sollten nicht dem Gartenkompost, sondern direkt der Kehrrichtverbrennung oder einer Vergärungsanlage zugeführt werden. Achtloses Entsorgen von Viren befallener Pflanzenteile über die Kompostierung, kann ungeahnte Verschleppungsfolgen haben. Zudem sollten Schnittwerkzeuge nach jedem Pflegeeinsatz unbedingt desinfiziert werden. Neupflanzungen müssen, wenn immer möglich, durch nachweislich gesunde Pflanzenlieferungen aus heimischen Baumschulen erfolgen. Die Rückverfolgbarkeit zum Pflanzenproduzenten ist heute wichtiger denn je. 

 

Wir unterstützen Sie auch gerne bei der fachlich richtigen Pflege. „Wir leben Gärten“. 


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